Kalif Storch

nach Wilhelm Hauff

Theater Chemnitz

Premiere: 19.11.2016 | Uraufführung

 

Bühne:   Thomas Weinhold

Kostüme: Grit Walther  

Musik:   Gundolf Nandico

in einer Fassung von Andreas Rehschuh

verlegt beim henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin

 

mit:

Stefan Migge, Marko Bullack, Philipp von Schön-Angerer, Seraina Leuenberger, Andreas Manz-Kozár, Johannes Bauer/ Konstantin Rickert

© D. Wuschanski, G. Walther

Presse:

 

Der Orient als Sehnsuchtsort

Mit Wilhelm Hauffs "Kalif Storch" stellt sich ein romantisches Märchen von 1826 der heutigen Zeit. Es wird gerappt und gelacht, und Flüchtlinge bekommen in Bagdad eine neue Heimat.

 

"Was wäre, wenn alles andersherum wäre? Wir wären Flüchtlinge und der Orient das Ziel? Regisseur und Autor Andreas Rehschuh stellt in seiner Lesart von 'Kalif Storch' am Schauspiel Chemnitz genau diese Frage ... Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert über diesen Umgang mit dem Flüchtlingsthema fürs Kinderzimmer.

 

Denn der Nachwuchs ist ja keineswegs unberührt von der aktuellen Wandlung durch Flüchtlinge ... (Das Märchen) erklärt ... in der Inszenierung, warum es manchmal nötig ist, sein Land zu verlassen und in der Fremde Freunde zu finden. Und so wird aus der indischen Prinzessin ... ein europäisch geprägtes, selbstbewusstes Mädchen, das die Hosen anhat, das sich nicht verstecken will und das auf Augenhöhe mit dem bösartigen Zauberer zu reden wünscht...."

 

"...Kalif Chasid ist ... zuerst ein kerniger Draufgänger, der Spaß will. Flott, ein bisschen frech und sehr jungenhaft, rappt er durchs Leben, springt sogar die Wände an, treibt allerlei Unsinn mit seinem klugen Wesir Mansor..."

 

"...Der glitzernde märchenhafte Orient ist nur angedeutet. Ein Minarett, eine Goldkuppel genügen. Dieser Sehnsuchtsort wird weniger mit der Romantik bei Hauff verknüpft als mit dem an Bodenschätzen und Treibstoff reichen Land der heutigen Zeit.

 

Der Dichter Wilhelm Hauff ist nur 25 Jahre alt geworden und war ein Kind seiner Zeit ... Heutiges Theater aber sucht nach Antworten auf heutige Fragen, und diese Inszenierung formuliert sie treffsicher und kindgerecht, nämlich die, warum Menschen überall gleich sind in ihren Sehnsüchten nach Frieden und Geborgenheit, und warum sie sich tapfer gegen Feinde wehren müssen...."

 

Marianne Schultz

Freie Presse

 

Stille Nacht und viel Schauspiellust

 

"Die aktuelle Märchenproduktion des Chemnitzer Schauspiels ist wirklich erlebenswert. Das beginnt schon beim zauberhaften Bühnenbild von Thomas Weinhold und endet nicht bei den gewitzten Kostümen von Grit Walther. Dafür sorgt er schon, der Regisseur Andreas Rehschuh. Er selbst hat die Bühnenfassung nach Wilhelm Hauff geschaffen und nicht versäumt, eine echte Familienproduktion daraus zu machen.

 

Da freuen sich Kinder über die schöne Geschichte von der taffen Prinzessin aus der Fremde, die sich in einen tollen Prinzen verliebt,...

Eltern und Großeltern sehen dagegen die Geschichte von der taffen jungen Frau, die aus der Heimat flüchten musste und sich nun im Orient in einen tollen Kerl verliebt, der allerdings ein bisschen arrogant ist und noch eine Lektion braucht...Doch letztlich siegt nicht nur die Liebe, sondern auch die Klugheit.

 

Dazu gibt's allerhand Theatereffekte, wie sich das halt für eine richtige Märchenproduktion gehört, einen großartigen Flaschengeist mit kleinem Freund, viel Übertreibung und Witz, aber auch allerhand leise Erinnerungen an das Verbindende unter den Menschen: das Herz - egal, ob in Liebe oder Freundschaft oder Gemeinschaft. Dazu lässt dass Ensemble in jeder Sekunde spüren, dass es Spaß an dieser Geschichte hat und an der Art, mit der Regisseur Andreas Rehschuh zugleich heiter und ernst erzählt. So ist diese Inszenierung eine dringende Empfehlung auch über Weihnachten hinaus."

 

Jenny Zichner

Stadtstreicher Chemnitz

 

Unglaublich, was die drei Typen gerade erlebt haben

Die Theater Chemnitz haben am Sonnabend das erste Weihnachtsgeschenk für die Zuschauer ausgepackt: "Kalif Storch"...zog bei der...die großen und besonders die kleinen Besucher in seinen Bann.

 

"Andreas Rehschuh hat das bekannte Märchen rasant, humor- und phantasievoll inszeniert und die Welt von 1001 Nacht zum Leben erweckt. Kostüme und Bühne ... erstrahlen dabei überwiegend in Gold."

 

Victoria Winkel

Tag24

 

Da staunt selbst Wasserwirbel: Dschinni rückt ihm auf die Pelle

 

"...Die Chemnitzer Theater sind berühmt für ihre Wagner- und Musical-Aufführungen. Jetzt kommen die Weihnachtsmärchen dazu. Die Premiere von 'Kalif Storch' gestern Abend wurde vom Publikum einhellig bejubelt..."

 

"...Das Wichtigste: Alle nehmen Märchen ernst, Regie, Schauspieler, Licht, Ton, Bühnentechnik, alle. Nicht als Kinderkram. Die Kinder sollen sich ruhig fürchten vor der grässlichen Eule, dafür freuen sie sich umso mehr, wenn sich das nachtgarstige Federvieh als tagschön glänzende Prinzessin entpuppt und dann auch noch ihren Prinzen kriegt. Und die treuen Premieren-Abo-Gänger und die intellektuellen Väter sollen ruhig mit ihren Assoziationen protzen und im Zauberer Charlie Chaplins Großen Diktator oder in dessen Sohn Mizra grausame Operettenpotentaten wie dereinst Gaddhafi entziffern können."

 

"...Andreas Rehschuh ist...ein Coup gelungen. Rehschuh hat den Text (nach Wilhelm Hauff) bearbeitet...Rehschuh weiß genau, wann er was wie durch Handlung unterstreichen muss, wo er übertreiben darf...und wo er sich zurücknehmen kann und muss, weil Text und Spieler einfach alles bringen: die Auftrittsszene von Dschinni mit Klein-Dschinni ist nicht zu überbieten...– besser geht das nicht!...Herrlich. Und wie er dann („nur für die Kinder sichtbar“) durch das Geschehen wuselnd immer wieder den richtigen Text finden muss – ohne Ansprache, ohne Dialoghilfe..."

 

"...Die Kostüme (Grit Walther) überhaupt ein Traum...Und die Bühne (Thomas Weinhold) genauso...Das ist Theater, nicht nur für Kinder..."

 

"...Kalif Chasid aka Stefan Migge. Mädchenaugenverdreher, der wie ein junger Pop-Gott die steilhohe Kuppel hinuntergleitet und einen Rap hinlegt, der sich gewaschen hat...allein wegen Migge ist diese Aufführung jede Sekunde des Ansehens wert.

Und wenn sie doch gestorben sind… Wenigstens würde dann das Familienfoto an sie erinnern – das Schlussbild noch ein gekonnter Gag auf einen vergnüglichen, unterhaltsamen, klugen, spannenden Theaterabend. Alle, wirklich alle, haben den jubelnden Beifall verdient."

 

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